Mein Workflow: Zusammenarbeit von Davinci Resolve und Premiere Pro

30. Mrz 2016 – Meine Slog2 Videodaten aus der Sony a7s Kamera bearbeite ich am liebsten in Davinci Resolve. Meinen Workflow mit Davinci Resolve und Premiere Pro zeige ich euch hier.





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Wenn ihr eure Videos gewöhnlicher Weise in Premiere oder einem anderen Videotool schneidet, dann könnt ihr mit ein paar Anpassungen eures Workflows Davinci Resolve vor den Schnittprozess eingliedern.

Das heißt, ihr kopiert eure Rohdaten auf die Festplatte, verarbeitet die Videos in Resolve und importiert erst dann die Clips in Premiere Pro.

Los geht’s mit der Vorbereitung:
Ihr habt eure Clips gespeichert und müsst sie zuerst in Resolve importieren. Achtet dabei darauf, dass ihr XAVC-S Dateien, wie aus der Sony Alpha Reihe, in einen anderen Videocontainer kopieren müsst. Dies ist notwendig, da ihr sonst keine Audiodaten in Resolve importiert bekommt. Wie das geht, zeige ich euch in diesem Video.

Als nächstes solltet ihr darauf achten keine Sonderzeichen in euren Datei- oder Ordnernamen zu verwenden. Sobald ihr RAW Videoordner aus der Canon 5D Kamera importiert, kann Resolve die Dateinamen nicht mehr ordentlich zuordnen. Dies liegt an dem Bindestrich (z.B. ML-160255) und sorgt beim Export für Probleme. Ändert also im Vorhinein die Ordnernamen in alphanumerische Zeichen (z.B. MLx160255) .

Jetzt könnt ihr eure Dateien in Resolve importieren. Falls ihr eine genauere Einführung in die Benutzung von Resolve braucht, dann findet ihr hier Videos dazu.

In Resolve könnt ihr alle Videos nach eurem eigenen Stil ordnen. Ich habe bei meiner letzten Doku verschiedenen Themenbereiche erstellt. Interview Shoot, Indooraufnahmen, Unterrichtsaufnahmen und freie Naturaufnahmen. Als nächstes kommen die Videos, entsprechend den Ordnern in zugehörige Timelines.

Der erste Schnitt des finalen Videos
Nach dem ersten Import exportiert ihr die Rohvideos, ohne Farbbearbeitung, erst einmal, um euren Clip zu schneiden. Natürlich könnt ihr an dieser Stelle auch schon colorieren, das ist euch frei gestellt. Ich nutze zum Export MXF Dateien, da diese auf Windowssystemen keine Probleme verursachen. Solltet ihr mit Quicktime DNxHD exportieren erhaltet ihr auf Windowssystemen ein milchiges Bild. Für den ersten Export wähle ich 36 Mbit aus. Eine höhere Qualität ist jetzt noch nicht notwendig.

Resolve_Exportsettings_Exporteinstellungen

Meine Resolve Export Einstellungen für den ersten Schritt

Weiter geht’s in Premiere Pro:
Nach dem Export importiert ihr eure Resolve Clips in euer Schnittprogramm. Sollten hier Fehler auftreten, dann kann dies z.B. an der Resolve Export Einstellung Audio Bitrate liegen. Wählt hier unbedingt 16 Bit. Alles andere verursachte bei mir Probleme in Premiere Pro.

Jetzt schneidet ihr in Premiere wie gewohnt eure Clips zu eurem finalen Video, als erste Version. Natürlich sind die Clips noch roh und ohne Farbbearbeitung. Dadurch dass ihr mit 36 Mbit exportiert habt, läuft die Verarbeitung aber noch sehr flüssig ab.





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Jetzt beginnt unsere Rundtour:
Zurück in Resolve, wisst ihr jetzt welche Clips ihr benutzt habt und welche Clips nicht mehr notwendig sind. Dies erspart euch Arbeit und Exportzeit. Entfernt erst einmal die nicht verwendeten Clips aus euren Timelines. Kopiert sie dafür am besten in eine Maybe Timeline. Denn vielleicht braucht ihr einige Clips später.

Als nächstes könnt ihr eure verwendeten Clips grundlegend colorieren, falls ihr dies noch nicht in Schritt 1 in Resolve gemacht habt. Wie detailliert ihr jetzt vorgeht hängt von eurem Projekt ab. Bei meiner Doku habe ich alle Clips so gut wie möglich aneinander angeglichen.

Sind alle Videos in Resolve fertig bearbeitet erfolgt der zweite Export. Das kostet Zeit und je nach euren Einstellungen Speicherplatz. Es steht euch frei an dieser Stelle immer noch 36 Mbit oder bereits eine höhere Datenrate zu wählen. Achtet beim Export darauf, dass euer Premiere Projekt im Hintergrund nicht auf die Clips zugreift. Dies würde dem entsprechenden Clip die Schreibrechte verwehren.

Runde 2 im Videoschnitt:
Zurück in Premiere findet ihr nach dem Export die erste Version eures colorierten Videos. Natürlich kann das Video jetzt weiterhin normal verarbeitet werden. Sobald ihr einen eurer Maybe Clips verwenden möchtet, habt ihr immer noch Zugriff auf die Rohversion, ohne Farbanpassungen. In eurem finalen Gesamtvideo fehlt jetzt noch die finale Farbanpassung.
Dazu könnt ihr jetzt Schritt für Schritt die Clips in Resolve bearbeiten, um damit euer Endgrading zu erreichen. Clips aus dem Maybe Bereich könnt ihr einfach wieder zurück in die Arbeits-Timelines legen und sie entsprechend farblich exportieren.

Der fertige Export im Videoschnittprogramm
Bevor ihr euer Video wie gewohnt mit Premiere final rendert, solltet ihr in Resolve die finalen Clips in einer hohen Auflösung exportieren. Durch die höhere Datenrate kann es jetzt sein, dass der Videoschnitt in Premiere etwas langsamer wird.

Nachdem ihr euer finales Video mit Premiere exportiert und veröffentlich habt, könnt ihr für die Archivierung eure „alten“ 36 Mbit Videoclips auf dem Resolve Export Ordner entfernen. Dadurch dass ihr diese Clips nur einmal exportiert habt, findet ihr sie schnell anhand ihres Zeitstempels.

Vor- und Nachteile:
Mein Workflow ist nur ein Beispiel aus vielen Möglichkeiten die es gibt. Die Vorteile liegen daran, dass ich in Premiere wie gewohnt arbeiten kann und keinerlei Probleme bekommen wenn ich auf mein Video im Schnittprogramm Effekte anwende. Denn ein Import der Premiere Sequenz in mein Resolveprojekt hat bisher nie reibungsfrei funktioniert.

Die Nachteile sind der fehlende Vergleich der einzelnen Videoclips, um sie zueinander zu colorieren. Dadurch dass sie in der Timeline nicht immer zusammen liegen können, muss ich oft hin und her springen und viel mit der Stillgallery arbeiten.

Weiterhin verbraucht mein Workflow einiges an Speicherplatz und Rechenzeit. Diesem Problem kann man aber mit der geringen Exportbitrate entgegenwirken.

Ich hoffe ich konnte euch mit meinem Workflow inspirieren und bin auf eure Meinungen gespannt, wie ich ihn vielleicht noch optimieren kann.





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