Eine Dokumentation mit Slog2 drehen

Sony bietet mit dem Slog2 Farbprofil die Möglichkeit, selbst mit „einfachen“ Kameras einen hohen Dynamikbereich in Videos abzubilden. Welche Basisausstattung ihr für eine Doku braucht und wie praktisch man mit dem Farbprofil dabei arbeiten kann, lest ihr hier.

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Es war im August 2015, als ich mit ganz wenig Videoausrüstung an den Atlantik nach Frankreich gefahren bin. Das Ziel war dort eine Dokumentation zu drehen und den Spirit des Surfens erleben. Was dabei raus gekommen ist, seht ihr hier.

Mein Ziel war es herauszufinden, mit wie wenig Ausrüstung man eine Dokumentation drehen kann. Außerdem wollte ich bei den Run and Gun Videoaufnahmen ein Gefühl dafür bekommen, ob man mit Slog2 dabei vernünftig zurecht kommt.

Zu Frage Nummer eins kommt hier meine Basisausstattung, welche gereicht hat um Video und Audio ordentlich festzuhalten. Ich hatte ein leichtes, aber klappriges Stativ mit auf das ich einen Manfrotto MVH502AH Stativkopf geschraubt habe. Klapprig ist das Cullmann Alpha 9000 Stativ, weil sich die Schrauben an der Verbindung zwischen Stativbeinen und Kopfhalterung ständig frei drehen. Wer das entwickelt hat, sollte sich vielleicht auf Malerei konzentrieren.

Der Vorteil des Stativs, solange man ständig ein Werkzeug dabei hat, ist dass es leicht und kompakt ist. Für den Ton war ein Rode Video Mic und ein Zoom H1 dabei. Das Mikrofon bekam ein Deadcat Windschutz gegen den Wind übergestülpt. Ich finde diesen Begriff sehr interessant.
Ihr solltet ihn aber nicht googlen. Auch nicht bei der Bildersuche. Sucht einfach nach Mikrofon Windschutz. Außerdem habe ich einen Monopod genutzt, um das Mikrofon zu befestigen und halten zu können.





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Ich war mit der Audiokombination voll zu Frieden und konnte ein Interview selbst bei starken Windverhältnissen ohne Probleme aufnehmen. Dabei habe ich mich auch extra mit dem Rücken zum Wind gedreht und das Mikrofon im Windschatten zum Sprecher gehalten.

Als Kamera war meine Sony A7s mit einem Canon L 24-105 4.0 Objektiv dabei, welche ich auf ein Shoulderrig gepackt habe. Damit war es möglich bei den dynamischen Spaziergängen immer wieder schnell die Kamera in den richtigen Momenten drauf zu halten. Damit ich das ständige Wechselspiel von Licht und Schatten abfangen konnte, nutzte ich einen Rodenstock 77mm Vario ND Filter. Als kleinen Tipp empfehle ich euch
eine „billige“ Gegenlichtblende zu kaufen und diese zu modifizieren. Damit könnt ihr zuerst den ND Filter anbringen und dann die Gegenlichtblende. Denn ich musste immer erst die Gegenlichtblende anbringen und konnte danach nur mit viel Gefühl den Variofilter festschrauben.

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Gegenlichtblende – mit einer Säge durchgeschnitten. Lässt sich somit vorsichtig über den VARIO Filter am Objektiv befestigen.

Meine Kamera hatte ich auf einen 1/50 Shutter und den Basis ISO 3200 stehen. Mit dem Zebra auf 70 bzw. 90 % habe ich immer wieder neu auf die relevanten Bildbereiche belichtet.

Beim Aufarbeiten der Bilder habe ich nur wenige Aufnahmen, welche aufgrund der Belichtungssituation zu unausgeglichen sind. Die hellen Bereiche haben so stark dominiert, dass die Farben in den restlichen Bildbereichen komplett abgesoffen sind. Wie erwartet habe, war es mir möglich im Nachhinein selbst stark belichtete Bildbereiche, wie ein weißes Shirt, wieder in den sichtbaren Bereich zu transportieren.

Was ich gelernt habe ist zum einen, dass man sich viel mehr Zeit nehmen sollte, jede Aufnahme zu machen und dabei eigentlich Schwenks vermeiden kann. Das macht die Bildmontage am Ende etwas leichter. Bei den freien Aufnahmen sollte man Bewegungen so gut es geht vermeiden. Denn immerhin möchte der Betrachter inhaltlich Informiert werden und eine Situation die man dokumentiert, tritt auch nur einmal auf. Da ist jedes Wackeln und bewegen ein Ärgernis, wenn man im Schnitt die passende Situation nicht nutzen kann.

Ob man sich den Stress mit einem ND Filter und dem festen ISO Wert antun möchte, dass sollte jeder für sich selbst entscheiden. Bei Aufnahmen im direkten Sonnenlicht, bin ich eher ein Fan davon auch noch die letzte Blendenstufe festzuhalten. Wenn es aber wirklich extrem bewegt voran geht, sollte man sich doch eher auf das Cine2 Profil beschränken.

Aus Platzgründen hatte ich keinen Lichtreflektor dabei, was ich aber gern während des Interviews eingesetzt hätte, um die Person von vorn etwas aufzuhellen. Ein Vorteil in dieser sandigen Region am Atlantik war, dass der helle Sandboden schon von allein wie ein großer Diffusor gewirkt hat.

Eine der größten Erleichterungen ist es allerdings, wenn man das Equipment und die Aufnahmesituationen nicht alleine meistern muss. Denn mit dem halten des Mikrofons und dem Interview führen waren schon allein zwei Personen voll ausgelastet. Beim filmen der Strandszenen war es sehr hilfreich, wenn man als Kameramann nicht die Verpflegung und die Kameratechnik ständig herumtragen muss. Für ein reibungsfreies Arbeiten solltet ihr also eine Person eures Vertrauens mit einplanen.

Ich hoffe ihr habt jetzt ein paar Tipps bekommen, wie ihr eure Kamera mit Slog2 auch in extrem spontanen Situationen in den Griff bekommt und wie ihr selbst eine Dokumentation aufnehmen könnt. Wenn ihr noch Fragen habt, dann immer her damit. Immerhin kann ich jetzt nicht jede Frage zum Thema hier im Vorhinein beantworten.

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